Power of 10

DJ Doena

Admiral
Teammitglied
Spiegel Online hat mich auf eine neue Quiz-Sendung aufmerksam gemacht: Auf VOX begann heute Power of 10. Wenig überraschend ist das ebenfalls eine Kopie einer ausländischen Show, u.a. läuft sie auch auf CBS.

Die Spielregeln sind einfach. Man muss schätzen, was 1000 Deutsche in einer Umfrage als Antwort angegeben haben. Der Haken ist, dass man nicht weiß, wieviele Leute tatsächlich die Wahrheit gesagt hat, wenn man gefragt wird "Würden Sie mit einem HIV-Positiven in das selbe Schwimmbecken gehen?" Sagt man, was man wirklich denkt oder das was politisch korrekt ist?

Am Anfang müssen zwei Kandidaten gegeneinander antreten, bis einer drei punkte hat, wobei man nur näher an der tatsächlichen Zahl dran sein muss. Von da an geht es um Geld. Man gibt eine Spanne an, in der man die Antwort vermutet, aber je höher der Preis ist, desto kleiner ist die Spanne die man angeben kann.

Um ehrlich zu sein, ich fand die Sendung wenig spannend. Der Informationsfaktor liegt bei quasi Null, weil die Leute bei pikanten Fragen nunmal nicht ehrlich sind. Alles hängt davon ab, ob der Kandidat den richtigen Wert errät und dabei bekommt er auch noch Hilfe von einem Bekannten und aus dem Publikum.

Ich glaube nicht, dass ich morgen wieder einschalten werde.
 
Um ehrlich zu sein, ich fand die Sendung wenig spannend. Der Informationsfaktor liegt bei quasi Null, weil die Leute bei pikanten Fragen nunmal nicht ehrlich sind. Alles hängt davon ab, ob der Kandidat den richtigen Wert errät und dabei bekommt er auch noch Hilfe von einem Bekannten und aus dem Publikum.
Entging die Sendung wenigstens der populären Versuchung, pseudo-komische (sprich dämlich-alberne) Umfragethemen und -Fragen zu forcieren oder ließen Balder, Welke und Co. grüßen?

Dass die Befragten nicht unbedingt die Wahrheit sagen, ist in den einschlägigen Disziplinen sicherlich ein bekanntes Phänomen und ich finds gar nicht tragisch. Hierbei geht es dann nämlich um mehr, als nur einen empirsch-erfassbaren Wert einzuschätzen. Ob die Spielidee allerdings sinnvoll ist, wenn man sich gerade an der Grenze dessen befindet, was wirklich repräsentativ ist (ich denke, dieser Wert lag irgendwie so um den Dreh 1000 Leute), kann natürlich schon hinterfragt werden, aber da es ohnehin nicht darum geht, wirklich etwas zu wissen, sondern nur um Einschätzen, tja, da bietet es doch schon einen Reiz, die "Stimmungslage" in Deutschland aus dieser soziologischen Zeitgeschichtsperspektive heraus zu betrachten. Ein Fragezeichen bleibt wohl immer.

Wie hat sich denn der Spiegel, der sich ja immer wieder in einem Anflug von Selbstüberschätzung zum Träger und Vermittler der gesammelten Gesellschaftsgeschichte und investigativem Hauptorgan Deutschlands stilisiert, zu "Power of 10" geäußert?
 
Hoffentlich... Wobei, solange Shark ab nächster Woche wieder kommt, soll mir diese Sendung auch egal sein...

Hat die mal jemand von euch gesehen?
 
Ich habe aus versehen mal wieder den Fernseher angemacht mir die Sendung mal angesehen. Zumindest bis zur Hälfte, danach habe ich ein Radler getrunken und meine Zeit damit verbracht die Vögle im Garten zu zählen. Bei Dunkelheit. War spannender.
 
Ok, dann habe ich also definitv nichts verpasst und kann nur hoffen, dass wirklich ab nächster Woche wieder Shark kommt, wie es auf vox.de steht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Super, habe gerade festgestellt, dass auch Close to Home diese Woche wegen Power of 10 ausfällt :(.

Naja, dann such ich mir eben eine andere/sinnvollere Beschäftigung ;).
 
Was mir gerade einfällt: Der Titel Power of 10 klingt doch reichlich dämlich. Oder geht das nur mir so?
 
Ich versteh ihn auch nicht. Die Show kommt aus Amerika und heißt dort auch so.

"to the power of" ist aber im englischen der selbe mathematische Ausdruck wie "hoch"

2 to the power of 10 = 2 hoch 10 = 1024

In der Sendung gehts aber um Beträge von 100 bis 1.000.000 Euro, als "10 to the power of 2 ... 6"
 
Also, ich bin bei der Premiere dieser Show eingeschlafen - so spannend war das ganze. Ich denke, auch das wird nicht lange überleben. Ich habe auch überlegt, was der Titel soll, hörte sich irgendwie spannender an. Nun ja.
 
Wieviele Männer würden zugeben, dass eine ihrer Reparaturen im Haushalt die Sache nur noch verschlimmert hätte.
Ich habe mir die Sendung auch mal angesehen. Wirklich unschön ist in Bezug auf zitierte Frage, dass die Frage, die an die 1.000 Deutschen gestellt wurde, anders lautete als das, was die Frage an den Kandidaten impliziert.
Frage an die 1.000 schrieb:
Mussten Sie schon mal nach dem Versuch einer Reparatur im Haushalt danach dennoch einen Fachmann kommen lassen?

Frage an das Kandidat schrieb:
Wieviele Männer würden zugeben, dass eine ihrer Reparaturen im Haushalt die Sache nur noch verschlimmert hätte?

In meinen Augen ist der Unterschied zwischen den beiden abgefragten Themen so hoch, dass - selbst von der Max genannten nicht gerade befriedigenden Stichprobengröße und der von Doena erwähnten fehlenden Wahrheitstreue abgesehen - für das Kandidat auch inhaltlich überhaupt keine Chance besteht, etwas anderes zu tun als total ins Blaue zu raten.

Wegen dem Titel:
"Power of 10" soll natürlich die Doppeldeutigkeit zwischen den beiden Bedeutungen des Wortes "power" im englischen unterstreichen und nutzen, also der mathematischen Potenz und der Macht bzw. Kraft.
Im Deutschen wäre die passende Übersetzung natürlich "Potenz der 10" gewesen. Das ist eine passende Übersetzung beider Begriffe; sicherlich hat sie dabei aber die Tatsache abgeschreckt, dass das Wort Potenz in Deutschland meistens im sexuellen Bereich verwendet wird.
 
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