Inhumane Praktiken

T

Trillian

Guest
Ich habe gestern die Voyager-Folge "Inhumane Praktiken" gesehen, und wollte mal fragen, was ihr von B'Elannas Meinung haltet. Zuerst habe ich gedacht, wie jemand so blöd sein kann, und lieber sterben möchte, wenn er gerettet werden kann. Aber dann habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht. Ich glaube, ich hätte auch so gehandelt wie B'Elanna. Ich hätte für den Rest meines Lebens ein schlechtes Gewissen, wenn ich wüßte, daß ich nur lebe, weil Tausende von Menschen in Experimenten ihr Leben lassen mußten.
Und Janeways Handlungsweise fand ich sehr respektlos. Die Handlung von Janeway war selbstsüchtig, weil sie nur an B'Elannas Nutzen für das Schiff gedacht hat, aber nicht an B'Elannas Gefühle. Sie hatte nicht das Recht, B'Elanna gegen ihren Willen von einem Massenmörder behandeln zu lassen. Wenn ein Crewmitglied aufgrund innerer Überzeugung lieber sterben möchte, als sich behandeln zu lassen, muß sie als Captain das akzeptieren. Gut, sie trägt die Verantwortung für ihre Leute, aber sie darf nicht die moralischen Grundsätze einer Person ignorieren. Ein Captain muß entscheiden, was das Beste für seine Leute ist. Ist es das Beste, wenn diese Person ihr Leben lang daran erinnert wird, daß Tausende von Unschuldigen sterben mußten, damit sie überleben konnte?
 
Dann überleg mal... fühlst du dich auch schuldig, das vor 50 Jahren tausende Menschen bei Experimenten gestorben sind?

Die Amerikaner haben die Ergebnisse mit Freuden entgegengenommen als sie in die KZs einmaschierten...

Ich kann nicht sagen, worum es in den Experimente damals ging, aber bestimmt haben die Ergebnisse uns allen schonmal genützt...
 
Ich hätt damit keine Probleme.

1.) Ein Verzicht auf die Operation, würde diese Menschen auch nicht wieder lebendig machen.

2.) Diese Menschen wurden ja nicht umgebracht, weil ich krank bin.
 
Hm, ich weiß nicht so genau, aber ich würd mich eher Fitz´ Meinung anschließen. Was geschehen ist, ist geschehen, und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Nur weil ich sterbe, würden diese Leute nicht lebendig werden.
Und außerdem: Wenn ich leb, dann sind diese Leute wenigstens nicht grundlos gestorben.
 
Ich denke da es sich nur um ein Hologram handelte, hätte ich mich behandeln lassen.
Jedoch ist die Tatsache von dem morallosen Selbstverwirklichungsdrang des Kardassianers nicht aus den Augen zu verlieren, da ich aber an Torres stelle nicht hätte sterben wollen hätte ich mir keine weiteren Gedanken über die Behandlungsmethoden gemacht.
Amen
 
Es war ganz allein B'Elannas Entscheidung, zu entscheiden, wie sie geheilt werden sollte. In dem der Captain sich darüber hinwegsetzte, hat sie B'Elannas freien Willen mit Füßen getreten. Hierbei ist es unerheblich, dass durch den potentiellen Verlust des Chefingenieurs eine unüberbrückbare Lücke entstanden wäre.

Außerdem ist es moralisch äußerst bedenklich, Forschungsergebnisse, die durch das Leid und den Tod vieler Lebewesen entstanden sind, auszunutzen.
Selbst heute profitiert die Menschheit von Experimenten, die mit Tierversuchen vonstatten gingen. Neue Medikamente oder Operationsmethoden werden doch häufig noch an Schimpansen oder Ratten ausprobiert. Nun kann man das sicher nicht mit Humanexperimenten vergleichen, wie sie den Juden oder anderen Menschen angetan wurden, aber das moralische Dilemma bleibt unberührt.

Was können wir also tun?
 
Das ist neicht so einfach, Leute !
der Kaptän ist der Vorgesetzte nach § 1 VVO und ist somit nach § 10 SG verpflichtet alles zu Wohl der Leute zu tun.
Er kann sich nur endscheiden jemanden zu opfern, wenn er tausende damit retten kann.

Das ist die Prüfung zum Brücken Offz. !
( Star Trek TNG )


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@Puma: Wie ich sehe hast du die Innere Führung der Bundeswehr in dir verinnerlicht, aber das kannst du hier nicht umbedingt anwwenden.
Denn die Starfleet beruht größtenteils auf die Verfahrensprotokolle der United States Navy.

Es ist unlogisch ein wichtiges Mitglied der Besatzung sterben zu lassen, wegen moralischer Grundsätze. Janeway trägt als Captain eine schwierige Entscheidung, als sie der Behandlung zustimmt.
Da B´Elanna Chefingeneur der Voyager ist, ist sie schwer ersetzbar, da sie das Schiff besser kennt als jeder Mechaniker an Bord.
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Und bis die Voyager wieder auf der Erde im Alpha-Quadranten landet, wird sie halt gebraucht.

Es ist richtig, das man die Moral, also in dem Fall die Verbrechen der Cardassianer nicht außer acht lassen soll, aber Tatsache ist auch, das sich viele Ärzte dieses Wissen später zu nutze gemacht haben, genau wie auf der Erde nach dem 2. WK.
 
@AK:

1. Warum benutzt du das Spoilerbildchen?

2. Auch wenn dem Captain das Wohl seiner Mannschaft immer an erster Stelle stehen muß, darf es die freie Willensbekundung eines seiner Crewmitglieder nicht verletzten. Mal abgesehen vom moralischen Dilemma, ob es falsch oder richtig ist, Forschungsergebnisse, die durch das Leid vieler zusammengekommen sind, einzusetzen, hat B'Elanna immer noch das Recht auf ihren eigenen Körper. Solange sie damit nicht andere unmittelbar gefährdet, darf man ihr dieses Recht nicht nehmen.
Und das Argument, dass B'Elanna als Chefingenieur unersetzbar ist, lasse ich nicht gelten. Sie ist ersetzbar, denn sie hat viele Kollegen, die ihre Aufgabe erfüllen können. Zumal der Captain in der Folge "Der Virtuose"
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dem Doc gestattet, das Schiff zu verlassen. Und ich glaube, dass er weit weniger ersetzbar ist als B'Elanna.
 
Was B'Elanna beim ersten Anblick des Cardassianer-Holograms gesagt hatte, finde aber auch sehr bedenklich:

"Ich kann in Cardassianern nur Mörder sehen" oder so ähnlich.
 
Ich finde Janeway hat richtig gehandelt!
Sie hätte sich dann auch ihr ganzes leben lang Vorwürfe gemacht, dass sie B'elana nicht geholfen hat, obwohl es möglich war!
Außerdem ist es nur ein Hologramm!


Curzon Dax
 
Der Spoiler is hier total fehl am Platze, weil wir noch gar nicht wissen, ob die Voyager nach Hause kommt.
 
Wenn ich Belanna wäre, hätte ich mich auch operieren lassen und Janeway hat dementsprechend richtig gehandelt.Denn sie gerät nun manchmal in moralische Konflikte, die sie lösen muß.Da liegt es doch auf der Hand, das nicht jeder mit dem Ergebnis ihrer Entscheidung einverstanden ist.

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Liegt ein Fähnrich tot im Shuttle, waren es die Romulaner, ganz klare Sache
kiss.gif


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Ich finde, man könnte das auch so sehen:
Der Tod der vielen Bajoraner war nicht nutzlos, das dadurch erlangte Wissen hat ein Leben gerettet. Die Entscheidung des Doktors ist typisch Sternenflotte, Tuvoks Logik war mal wieder wie so oft total unlogisch (Ethik ist den Vulkaniern sowieso ein Fremdwort). Vielleicht ist diese VOY-Episode nur ein Vorgeschmack, was uns im 21. Jahrhundert droht: "Übermoralisierung"!

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Resistance schrieb:
Ich finde, man könnte das auch so sehen:
Der Tod der vielen Bajoraner war nicht nutzlos, das dadurch erlangte Wissen hat ein Leben gerettet.

Jetzt mal so ne Frage: Darf man einen Menschen töten, damit Krebs oder AIDS geheilt wird?
 
Nein, aber diese Menschen waren schon tot!
Und wenn jemand gerettet wird, sind sie wenigstens nicht grundlos gestorben.
 
Nein , man darf niemanden umbringen , um irgendwas zu testen . Und ich Finde Tuvok NICHT unlogisch . Eigentlich sollte man auch keine Tiere für irgendwas töten . Immerhin können die auch etwas empfinden . Und Schimpansen sind recht intelligent . (Auf jeden fall mehr als manche Leute in meiner Klasse :) )
 
Ich denke man sollte das Wissen, das durch den tot der vielen Bajoraner erlangt wurde einsetzen, dann sind sie wenigstens nicht umsonst gestorben.

Oder sollte man sich etwa das ganze wissen noch einmal mit humaneren Forschungen erarbeiten damit man später kein schlechtes Gewissen hat?
 
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